Das bewusste Wahrnehmen der Umwelt ist die Vorraussetzung einer eigenen künstlerischen Perspektive. Fotografen, Maler oder Bildhauer schärfen ihren Blick, also ihre visuelle Wahrnehmung, beispielsweise indem sie ihre direkte Umwelt beobachten und finden so den eigenen Standpunkt, den sie in Bildern, Skulpturen oder Fotografien festhalten.
In der audiovisuellen Kunst ist damit jedoch nur die Hälfte der gestalterischen Möglichkeiten abgedeckt. Was hält uns also davon ab, auch unser Gehör ‚zu schärfen‘, um einen eigenen Standpunkt in der Klanglandschaft die uns umgibt zu finden? Welche Worte kommen dabei in den Sinn? Wie würde man Anderen mitteilen, was man im eigenen Kopf hört? „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, sagt Ludwig Wittgenstein. Die Vorlesung soll diese Welt erweitern und die Ohren öffnen.
Sie ist geteilt in die psychoakustischen und kognitiven Grundlagen der audiovisuellen Wahrnehmung, das Erarbeiten eines präzisen Vokabulars und  anschließende praktische Übung durch gemeinsames Hören. Es wird trainiert, über auditive Wahrnehmung zu sprechen und Ausdrucksformen für die eigene Klangvorstellung, die eigene Perspektive auf die ‚hörbare Welt‘ zu finden.

Bildbezogene Arbeit mit Ton. Allgemeine Informationen für die Studiengänge Sound (B.F.A.) und Sound for Picture (M.F.A.).